Stadt bessert nach Amok-Fehlalarm nach.

 

 

Technische Überprüfung und Informationsveranstaltung - Die Ursache für das falsche Signal ist weiter unklar

Von Frank Hautumm

RAVENSBURG Handlungsbedarf räumte die Ravensburger Stadtverwaltung am Dienstag ein, nachdem vergangenen Donnerstag ein Fehlalarm am Albert-Einstein- und Spohngymnasium für Verunsicherung und Wut unter Schülern und Eltern gesorgt hatte.

Wie die Schwäbische Zeitung berichtete, hatte am Vormittag um 11.30 Uhr die Klingel einen möglichen Amoklauf im Schulgebäude signalisiert. Viele Lehrer und Schüler, vor allem am AEG, hatten den Ton jedoch falsch als Feueralarm interpretiert, waren ins Freie gelaufen und hatten damit genau das Gegenteil von dem getan, was richtig gewesen wäre. Laut Schulleitung war der Hauptgrund, dass das Klingeln nicht eindeutig genug zu erkennen gewesen sei: Der Unterschied zwischen beiden Szenarien besteht in einem durchgängigen und einem unterbrochenen Ton.

Am Montag hat es ein Gespräch zwischen dem städtischen Amt für Schule, Jugend und Sport als Schulträger und den Gymnasiums-Schulleitungen, der Polizei und Elternvertretern gegeben. In der Folge hat die Stadt bereits begonnen, die technischen Anlagen an den Schulen zu überprüfen. Die Polizei wird den Kollegien in der kommenden Woche noch einmal Handlungsempfehlungen geben sowie die im Ernstfall richtigen Abläufe im Detail ansprechen. „Die Ziele sind klar formuliert. Jeder Schüler und jeder Lehrer muss die verschiedenen Alarmsignale für Feuer und Amok klar unterscheiden können und alle müssen richtig reagieren“, heißt es in einer Presseerklärung.

Zwar hätten sich auch Lehrer und Schüler richtig verhalten und sich in ihren Klassenzimmern verbarrikadiert. Klar sei aber auch, dass einige Lehrer falsch auf den Alarm regiert hatten. „Die Aufregung war jedenfalls nach dem Vorfall zu Recht groß“, sagt die Stadt. Das lag nach Informationen der SZ offenbar auch daran, dass es hinterher keine klare Information darüber gab, was denn nun eigentlich geschehen war. Viele Schüler waren am Donnerstag völlig verunsichert nach Hause gegangen. Ein Grund mehr für die Polizei, nachdrücklich Lautsprecher-Anlagen an den Schulen zu empfehlen. Diese Empfehlung hatte es bereits nach dem Amoklauf von Winnenden vor zwei Jahren gegeben, als auch in Ravensburg ein Expertenkreis eingerichtet worden war.

Die Stadt prüft jetzt mit einer Fachfirma noch einmal die technischen Möglichkeiten, konkret die Fragen: Müssen die Alarmsignale noch stärker zu unterscheiden sein? Wie kann ein Alarm schnell, sicher und von möglichst vielen Orten aus ausgelöst werden? Müssen zusätzliche Lautsprecher angebracht werden? Entsprechende Maßnahmen sollen gleich umgesetzt werden.

Die Informationsveranstaltungen sollen auch alle anderen Ravensburger Schulen einbeziehen. Im Rahmen der Generalsanierung des Spohngebäudes ab 2013 wird dann ein komplett neues Alarmierungssystem installiert, das Durchsagen ermöglicht, wie sie Uwe Stürmer, Leiter der Polizeidirektion dringend empfiehlt.

Die Ursache für den Fehlalarm ist weiterhin unklar.

(Erschienen: 29.11.2011 17:00)

http://www.schwaebische.de/region/oberschwaben/ravensburg/stadtnachrichten-ravensburg_artikel,-Stadt-bessert-nach-Amok-Fehlalarm-nach-_arid,5169646.html

 


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